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28 Juli
Moorschutz bei der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM)
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Dienstag
28. Juli 2026
10:00 Uhr

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Moorschutz bei der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM)

Torfmoose als Ökosystem-Ingenieure

Die ÖSSM ist schon viele Jahre im Moorschutz aktiv. Neben der Wiedervernässung von Hochmooren, werden seit 2019 auch gezielt bestimmte Torfmoose vermehrt und Methoden zur Wiederansiedlung nach Torfabbau entwickelt. Denn Torfmoose spielen als Ökosystem-Ingenieure eine zentrale Rolle. Wir stellen einige der wichtigsten Torfmoos-Arten vor und informieren über die Bedeutung des Moorschutzes.

Der Verein ÖSSM e.V. wurde 1991 gegründet, um den Naturschutz in der Region zu stärken. Im Fokus stehen die Umsetzung von Pflegemaßnahmen und gezielte Artenschutzprojekte für Fischadler, Laubfrosch u.a. bedrohte Arten. Im Bereich des Moorschutzes wurden bereits verschiedene Hochmoore wiedervernässt. Bei der weiteren Renaturierung spielen Torfmoose eine zentrale Rolle.
Intakte Hochmoore sind einzigartige Ökosysteme. Durch die extremen Standortbedingungen aus Nährstoffarmut und dem sauren, wassergesättigten Boden, können dort nur hochspezialisierte Arten überleben. Torfmoose sind hier mit Abstand am wichtigsten, da sie nicht nur perfekt an den Lebensraum angepasst sind, sondern diesen auch aktiv gestalten. Wie ein Schwamm können Torfmoose das Vielfache ihres Trockengewichts an Wasser speichern – je nach Art etwa das 15- bis über 30-fache. Dadurch bleibt ein Moor noch lange nach dem letzten Niederschlag nass. Durch Kationenaustausch schaffen sie sich die sauren, nährstoffarmen Bedingungen selbst, unter denen sie konkurrenzstark sind und die meisten Gefäßpflanzen verdrängt werden. Torfmoose gelten daher als klassische Ökosystem-Ingenieure. Im permanent nassen, sauerstoffarmen und sauren Milieu wird zudem die mikrobielle Zersetzung stark gehemmt: Die abgestorbene Biomasse wird nur unvollständig abgebaut und akkumuliert über Jahrtausende als Torf – die Grundlage der Moorbildung. Von allen terrestrischen Pflanzen speichern Torfmoose in der toten und lebenden Biomasse mit Abstand am meisten Kohlenstoff. Deshalb sind intakte Moore Kohlenstoffsenken und leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Die meisten Moore sind jedoch durch Entwässerung und Nährstoffeinträge stark geschädigt oder vollständig zerstört. Die Wiedervernässung ist ein wichtiger Schritt, um die Grundlage für eine Renaturierung zu schaffen, doch ohne die richtigen Torfmoose als Ökosystem-Ingenieure kann sich das Hochmoor nicht regenerieren. Wir arbeiten an der Lösung dieses Problems.