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Gärten der Erinnerung
Grabgestaltung verbindet Abschied und Neubeginn auf besondere Weise. Im Zusammenspiel aus Pflanzen, Formen und Materialien entstehen Orte, die an geliebte Menschen erinnern und Raum für stilles Gedenken geben.
Die Grabgestaltung auf der Landesgartenschau Bad Nenndorf zeigt, wie unterschiedlich Erinnerung aussehen kann. Jedes Grab erzählt auf eigene Weise von Leben, Abschied, Hoffnung und Verbundenheit. Dabei treffen Pflanzenwissen, handwerkliche Präzision und persönliche Symbolik auf aktuelle Themen wie Nachhaltigkeit, Klimaanpassung und pflegeleichte Konzepte. So entsteht ein ruhiges, berührendes Areal innerhalb der Landesgartenschau – ein Ort, der informiert, inspiriert und Erinnerung sichtbar macht.
Unter dem Titel „Gärten der Erinnerung“ werden unterschiedliche Grabarten vorgestellt: Urnengräber, Einzelgräber, Doppelgräber, Dreierstellen sowie moderne Gemeinschafts- und Baumbestattungskonzepte. Die Entwürfe zeigen, wie Steinmetzkunst, Friedhofsgärtnerei und persönliche Symbolik zusammenwirken können.
Urnengräber
Urnengrab 01 – Engel & Engelke Dienstleistungsgärtnerei, Bückeburg
Im Mittelpunkt des Entwurfs steht eine zentral eingerückte Stele aus regionalem Obernkirchener Sandstein. Um diesen Fokus herum entsteht ein naturnaher Steingarten, der durch Hauswurz und ergänzende Sandsteine eine harmonische, liebevolle Wirkung entfaltet. Die Rundumbepflanzung betont die Geschlossenheit der Anlage. Beteiligter Steinmetzbetrieb ist Steinmetz Gerald Rochus.
www.engel-engelke.de
Urnengrab 02 – Friedhofsgärtnerei Hauschild, Regina Fauschild-Wilkens
www.grabpflege-hauschild.de
Beteiligter Steinmetzbetrieb: stein-zeit, Steinmetze & Bildhauer Schwarz
Urnengrab 03 – Kalbe GmbH & Co. KG, Goslar
Das Grabmal stellt die Ackerwinde als Symbol für Neubeginn, Hoffnung und Unverwüstlichkeit in den Mittelpunkt. Die Stele wurde aus heimischem Thüster Kalkstein gefertigt. Ein besonderer Blickfang ist die mit Blattgold veredelte Blüte, die die Bodenständigkeit des Steins mit einem feinen, strahlenden Akzent verbindet. Beteiligter Steinmetzbetrieb ist Ernst Hinze GmbH & Co. KG.
www.blumen-kalbe.de
Einzelgräber
Einzelgrab 04 – Gärtnerei Markgraf, HannoverDas Erdwahlgrab widmet sich dem Thema „Wege des Lebens“. Geschwungene Bögen im Grabstein stehen für Pfade, die sich kreuzen, nebeneinander verlaufen oder ein Leben lang begleiten. Die Bepflanzung führt diese weiche Formensprache fort. Japanischer Ahorn, Kugelkiefer, Japan-Zwergschilf, Dreizähniges Fingerkraut und Kletter-Spindelstrauch schaffen eine ruhige, naturnahe Atmosphäre. Beteiligter Steinmetzbetrieb ist stein-zeit, Steinmetze & Bildhauer Schwarz.
www.gaertnerei-markgraf.de
Einzelgrab 05 – Kalbe GmbH & Co. KG, Goslar
Bei diesem Entwurf steht die Blattform im Zentrum. Sie prägt nicht nur den Grabstein, sondern setzt sich auch in der Form des Pflanzbeetes fort. Teppichmispel bildet eine ruhige, immergrüne Basis, während Stauden und Gehölze dem hinteren Bereich einen natürlicheren Charakter geben. Im Frühjahr setzen Hornveilchen farbige Akzente. Beteiligter Steinmetzbetrieb ist stein-zeit, Steinmetze & Bildhauer Schwarz.
www.blumen-kalbe.de
Einzelgrab 06 – Friedhofsgärtnerei Himstedt, Sarstedt
Dieses Grab verbindet klare Linien mit lebendiger Vielfalt. Die Gradlinigkeit des Grabsteins wird in der Beetaufteilung aufgenommen. Ein Schmetterlingsmotiv auf dem Stein findet seine Fortsetzung in der Bepflanzung: Im Sommer sollen insektenfreundliche Pflanzen wie Zwerg-Sommerflieder echte Schmetterlinge anziehen. Kletter-Spindelstrauch und Efeu bilden den dauerhaften Rahmen, Hornveilchen und Vergissmeinnicht setzen farbige Akzente. Beteiligter Steinmetzbetrieb ist K. H. Spiekermann, Werkstatt für Natursteingestaltung.
www.friedhofsgaertnerei-himstedt.de
Einzelgrab 07 – Gärtnerei Spittel GmbH
Beteiligter Steinmetzbetrieb: Bildhauerwerkstatt Textores, Steinmetz- und Bildhauermeister.
www.gaertnerei-spittel.de
Einzelgrab 08 – Blumen Benz, Lauenau
Hier steht die Sonne als Lebenssymbol im Mittelpunkt. Sie steht für Licht, Wärme und die Kraft, Dunkelheit zu überwinden. Gold, Gelb, Blau, Violett, Weiß und Grün schaffen eine Farbsymbolik zwischen Hoffnung, Treue, Erinnerung, Reinheit und Frieden. Sand-Thymian bildet die flächige Basis, ergänzt durch Alpennelke, Gänsekresse, Glockenblume, Husarenknopf und blauen Salbei. Beteiligter Steinmetzbetrieb ist K. H. Spiekermann, Werkstatt für Natursteingestaltung.
www.blumen-benz-lauenau.de
Einzelgrab 09 – Friedhofsgärtnerei Steigert
Beteiligter Steinmetzbetrieb: Lemke Grabmale.
www.friedhofsgaertnerei-steigert.de
Einzelgrab 10 – Blumen Lülow und Jürgen Glunz Friedhofsgärtnerei Gartenpflege, Hamburg
Der „Märchenhafte Zauberwald“ greift subtil das Schneewittchen-Motiv auf. Ein massiver, rahmenartig gestalteter Stein erinnert an einen Spiegel. Dunkle Eichenäste fassen das Wechselbeet ein, Kletterhortensien beranken den Stein und symbolisieren Vergänglichkeit und das Vergehen der Zeit. Der schwarzgrüne Fiederteppich sorgt für eine moosähnliche Grundstruktur, während rote Gänseblümchen das Märchenmotiv farblich aufnehmen. Beteiligter Steinmetzbetrieb ist Peinemann Natursteine.
www.gartenbau.org/henstedt-ulzburg/juergen-glunz-aUMx3e
Einzelgrab 11 – Gärtnerei Arnholz-Prüße
Beteiligter Steinmetzbetrieb: Lemke Grabmale
www.gaertnerei-arnholz-pruesse.de
Doppelgräber
Doppelgrab 12 – Engel & Engelke Dienstleistungsgärtnerei, Bückeburg
Zentrales Element ist ein Grabmal in Form eines Bücherturms. Die Gestaltung führt dieses Motiv in einer lebendigen Welle aus gelber Stechpalme fort. Japanischer Ahorn und Sternmoos ergänzen das Bild aus modellierten Höhen und geschwungenen Formen. Beteiligter Steinmetzbetrieb ist Jöhring Grabmale.
www.engel-engelke.de
Doppelgrab 13 – Gust Florales, Osnabrück
Das Grabmal aus weiß-grauem griechischem Astir-Marmor zeigt eine aufblühende Tulpe als Zeichen für Hoffnung und Vergänglichkeit. Bodendecker wie Rotmoos-Mauerpfeffer und Kriechmispel greifen die Form auf und schmiegen sich wie schützende Blätter um die Ruhestätte. Ein saisonales Beet sorgt für ein lebendiges Farbspiel im Wandel der Zeit. Beteiligter Steinmetzbetrieb ist Ernst Hinze GmbH & Co. KG.
www.gust-garten.de
Doppelgrab 14 – Friedhofsgärtnereien Otte, Jeschar und Sannemann, Bremen
Inspiriert vom Roulette-Spiel trägt der Stein die Inschrift „Rien ne va plus“. Das Grab ist geometrisch in rote und schwarze Felder gegliedert. Schwarzer Schlangenbart und rötlicher Hauswurz greifen die Farben eines Roulette-Tisches auf. Ein rundes, weiß bepflanztes Beet in der Mitte stellt die Kugel dar, die im Spiel des Lebens zum Stillstand gekommen ist. Beteiligter Steinmetzbetrieb ist die Bildhauerwerkstatt Textores, Steinmetz- und Bildhauermeister.
www.friedhofsgaertnerei-otte.de
Doppelgrab 15 – Gärtnerei Rechter, Hannover
Unter dem Motto „Fluss des Lebens“ zieht sich ein geschwungenes Blumenbeet durch die Grabstätte. Die Farbenpracht steht für verschiedene Lebensphasen, während der Stein den reisenden Menschen symbolisiert. Blaue Mädchenkiefer, Wacholder und Purpurglöckchen bilden die stabilen Uferbereiche dieses fließenden Abschiedsgrußes. Beteiligter Steinmetzbetrieb ist Karches Naturstein Meisterbetrieb.
www.rechter-hannover.de
Doppelgrab 16 – Blumen Benz, Lauenau
Dieses Grab stellt das Leben mit der Symbolik eines Golfplatzes dar. Grüntöne stehen für Hoffnung, Sandflächen für Vergänglichkeit und Akzente in Orange sowie Gelb für Lebensfreude. Ein überdimensionaler Golfball versinnbildlicht das Erreichen des Ziels. Mandevilla, Purpurglöckchen und echter Rollrasen greifen das Motiv auf. Beteiligter Steinmetzbetrieb ist Karches Naturstein Meisterbetrieb.
www.blumen-benz-lauenau.de
Dreierstellen
Dreierstelle 17 – Jürgen Glunz Friedhofsgärtnerei Gartenpflege und Blumen Lülow
Beteiligter Steinmetzbetrieb: Ernst Hinze GmbH & Co. KG.
www.gartenbau.org/henstedt-ulzburg/juergen-glunz-aUMx3e
Dreierstelle 18 – Friedhofsgärtnerei Steigert
Beteiligter Steinmetzbetrieb: Steinmetz Gerald Rochus.
www.friedhofsgaertnerei-steigert.de
Baumerbe
Mit dem Konzept „baumerbe“ präsentiert die Treuhandstelle für Dauergrabpflege Niedersachsen/Sachsen-Anhalt GmbH eine zukunftsweisende Form der Bestattung. Im Mittelpunkt der beiden gezeigten Varianten steht jeweils ein sogenannter Zukunftsbaum. Die Gehölze werden nach ökologischen Kriterien ausgewählt: Sie sollen hitzeresistent, trockenstresstolerant, frosthart und widerstandsfähig gegen Schädlinge sein. Rund um diese Bäume sind sowohl Sarg- als auch Urnenbestattungen möglich. Das Konzept verbindet eine naturnahe Ruhestätte mit Klimaanpassung, Ressourcenschonung und Biodiversität. Torffreie Erde leistet einen Beitrag zum Moorschutz, vielfältige und frostharte Pflanzen schaffen Lebensraum für Insekten. Die Grabanlagen sind zudem so konstruiert, dass sie Regenwasser sammeln und speichern können. Beteiligter Steinmetzbetrieb ist K. H. Spiekermann, Werkstatt für Natursteingestaltung.
www.treuhandstelle.info
www.kh-spiekermann.de
Memoriamgarten
Der Memoriamgarten „Naturmemo“ gehört zu den gärtnerbetreuten Grabanlagen. Die Anlage ist bereits vor der ersten Beisetzung vollständig fertiggestellt und wird anschließend nach und nach belegt. Bepflanzung und Pflege werden über Dauergrabpflege-Verträge mit der Treuhandstelle abgesichert. Hinterbliebene werden dadurch von der eigenhändigen Grabpflege entlastet. Das Konzept verbindet Elemente klassischer Memoriam-Gärten mit Ansätzen naturnaher Ruhestätten. Torffreie Substrate sowie klimarobuste Stauden und Gehölze reagieren auf Torfabbau, zunehmenden Wassermangel und veränderte klimatische Bedingungen. Klassische Wechselbeete und naturnahe Pflanzungen gehen fließend ineinander über. Beteiligt sind Gärtnerei Markgraf, Friedhofsgärtnerei Steigert, K. H. Spiekermann und Kalbe.
www.gaertnerei-markgraf.de
www.friedhofsgaertnerei-steigert.de
www.kh-spiekermann.de
www.blumen-kalbe.de