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So könnte die Planung eines Schaugartens aussehen: Ein Team entwickelt gemeinsam Ideen und Konzepte im Garten.

Einblicke in die Planung der Schaugärten

Das sind die 10 Schaugärten der Landesgartenschau Bad Nenndorf 


Im Rahmen der Landesgartenschau Bad Nenndorf 2026 engagieren sich zahlreiche Landschaftsbaubetriebe aus der Region mit der Planung und Umsetzung von Schaugärten. Diese beispielhaften Anlagen zeigen, wie zeitgemäße Garten- und Freiraumgestaltung heute aussieht und welche gestalterischen wie technischen Möglichkeiten der Garten- und Landschaftsbau bietet. 

Die Schaugärten sollen Besucherinnen und Besucher inspirieren und konkrete Anregungen für private wie öffentliche Außenräume vermitteln. Aktuelle Themen wie klimaangepasste Pflanzungen, nachhaltige Materialien oder ein bewusster Umgang mit Wasser und Grünflächen werden anschaulich erlebbar gemacht. Gleichzeitig bieten die Gärten Raum für kreative Konzepte und neue gestalterische Ansätze. 

Für die beteiligten Betriebe ist die Teilnahme eine besondere Gelegenheit, handwerkliches Können und gestalterische Kompetenz einem breiten Publikum zu präsentieren. Zugleich ist es vielen Unternehmen ein wichtiges Anliegen, für den Beruf der Landschaftsgärtnerin und des Landschaftsgärtners zu werben und junge Menschen für dieses vielseitige Tätigkeitsfeld zu begeistern. 

So entstand ein Schaugarten in Kooperation mit Studierenden der Leibniz Universität Hannover sowie ein weiterer gemeinsam mit der Meisterschule der Justus-von-Liebig-Schule Hannover. Ein zusätzlicher Garten wurde vollständig von Auszubildenden verschiedener Fachbetriebe aus ganz Niedersachsen realisiert. Ein Areal ging aus einem Nachwuchswettbewerb des Landesverbands Bund Deutscher Landschaftsarchitekt:innen hervor. Die enge Zusammenarbeit von Praxis, Ausbildung und Studium unterstreicht die Zukunftsfähigkeit und Vielfalt des Garten- und Landschaftsbaus. 

Die Schaugärten sind damit nicht nur Orte der Inspiration, sondern zugleich ein sichtbares Zeichen für Qualität, Kreativität und Innovationskraft einer ganzen Branche. 

Die Schaugärten sind zweigeteilt: Die Gärten 1 bis 5 werden auf dem LaGa-Plan als „Teil 1“ ausgewiesen, sie befinden sich im Wiesenpark. Die Schaugärten 6 bis 10 heißen „Teil 2“, sie befinden sich in der Nähe des Schlösschens. 

1. Lieblingsplätze & Wohlfühloasen 

Eidmann Erd- und Gartenbau GmbH aus Hannover 

Der Themengarten „Lieblingsplätze & Wohlfühloasen“ der Eidmann Erd- und Gartenbau GmbH aus Hannover zeigt, wie sich individuelle Gartengestaltung mit ökologischer Verantwortung verbinden lässt. Für Planung und Konzeption zeichnen Geschäftsführer Frank Eidmann und Dipl.-Ing. Matthias Großmann verantwortlich. Im Mittelpunkt steht die Verwendung heimischer und regionaler Baustoffe wie Oberkirchner Sandstein. Ergänzt werden diese durch Klinker, Holz, Naturstein und Keramik, um unterschiedliche gestalterische Möglichkeiten aufzuzeigen. Der Garten verdeutlicht, wie vielfältig sich Materialien kombinieren lassen, um individuelle Kundenwünsche umzusetzen. Gleichzeitig wird Wert auf eine naturnahe und nachhaltige Ausrichtung gelegt. Die Pflanzung besteht aus standortgerechten, heimischen Stauden und Gehölzen. Sie sind insektenfreundlich und tragen aktiv zur Erhaltung der Artenvielfalt bei. Durch unterschiedliche Blühzeiten entstehen über das gesamte Jahr hinweg wechselnde Gartenbilder. So zeigt der Garten, dass moderner Gestaltungsanspruch und Umweltbewusstsein harmonisch miteinander verbunden werden können. 

2. LehrReich – Lehren und Lernen 

Kretschmar GmbH Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau aus Langenhagen mit der Justus-von- Liebig-Schule Hannover 

Der Garten „LehrReich – Lehren und Lernen“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Kretschmar GmbH aus Langenhagen und der Justus-von-Liebig-Schule Hannover. Seine Grundlage entstand durch einen Planungswettbewerb im Rahmen der Meisterschule. Am höchsten Punkt der Anlage befindet sich ein Holzdeck, das einen Überblick über das gesamte Areal ermöglicht und zugleich den Blick in die umliegende Landschaft öffnet. Von hier aus erschließen sich sieben Teilflächen, die jeweils eine Fachsparte des Gartenbaus repräsentieren. Jede Fläche widmet sich einem aktuellen Aspekt der jeweiligen Sparte und vermittelt Inhalte auf kompakter Fläche anschaulich. Alte Schulbänke symbolisieren den Lernort Schule. Sie sind mit QR- Codes versehen, über die Besucherinnen und Besucher weiterführende gärtnerische Informationen abrufen können. Auch der Namensgeber Justus von Liebig wird mit seiner Bedeutung für Gartenbau und Agrarwissenschaften vorgestellt. Der Garten verbindet damit Ausbildung, Praxis und Wissensvermittlung in einer klar strukturierten Raumgestaltung. 

3. Feuergarten 

bdla Bund Deutscher Landschaftsarchitekt:innen, Landesverband Niedersachsen+Bremen e.V. 

Der „Feuergarten“ basiert auf dem Wettbewerbsentwurf „Energie im Wandel – Feuer als Ursprung und Vision“ von Hanna Kaiser von der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Mit diesem Entwurf gewann sie im Mai 2025 den Bdla-Nachwuchswettbewerb zur Landesgartenschau Bad Nenndorf 2026 unter dem Motto „Spuren der Vergangenheit – Quellen der Zukunft“. Das Feuer dient als zentrales Motiv und wird nicht nur als zerstörerische Kraft, sondern als Ursprung von Erneuerung verstanden. Dunkler Splitt, angekohltes Totholz und organisch geformte Pflanzinseln prägen die Fläche und erinnern an Feuerinseln in einer Landschaft. Stauden in Rot-, Gelb- und Orangetönen greifen das Flammenmotiv auf, während silberlaubige Gehölze die Symbolik von Asche aufnehmen. Die Ausführungsplanung übernahm hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH aus Berlin. Realisiert wurde der Garten von der Kretschmar GmbH aus Langenhagen. Die studentische Arbeit wurde von Prof.in Ute Aufmkolk und Prof. Cassian Schmidt betreut. 

4. Ein kleines Stück Weserbergland 

Tetje Böger Garten- und Landschaftsbau GbR aus Aerzen 

Der Schaugarten „Ein kleines Stück Weserbergland“ verbindet moderne Strukturen mit natürlichen Baustoffen und einer vielfältigen Pflanzengestaltung. Unterschiedliche Höhen sorgen dafür, dass die Anlage aus verschiedenen Blickwinkeln immer neue Eindrücke bietet. Große Blöcke aus regionalem Naturstein geben dem Garten Struktur und klare Raumkanten. Im Mittelpunkt steht ein Naturpool, der glitzerndes Wasser mit einem natürlichen Badeerlebnis ohne Chlor vereint. Stauden, Gräser, Zwiebelpflanzen und Gehölze sorgen über das gesamte Jahr hinweg für Blüten, Fruchtschmuck und eine ausgeprägte Herbstfärbung. Auch im Winter bleibt der Garten durch seine Struktur lebendig. Das Unternehmen legt großen Wert auf das Gleichgewicht zwischen Ökologie und Ästhetik. Insekten- und vogelfreundliche Pflanzen werden bewusst mit gestalterischem Anspruch kombiniert. Regionale Materialien und partnerschaftliche Zusammenarbeit prägen die Umsetzung. 

5. Mein Goldener Sommer 

Kuenzlen & Samtlebe GmbH aus Garbsen 

Der Schaugarten „Mein Goldener Sommer“ bezieht den weiten Blick auf den Deisterhöhenzug bewusst in seine Gestaltung ein. Eine klare Wegeachse führt zu einem von Hecken eingerahmten Ausguck. Im Zentrum liegt ein Ruheplatz unter einer Pergola. Douglasienholz für Pergola und Rankgitter, Muschelkalkplatten und ein verbindender Klinkerweg stammen aus heimischen Materialien. Eine Ausnahme bildet das MOSO-Holz aus Bambus für Bänke und Holzdeck mit hundertprozentiger CO₂- Zertifizierung. Die warmen Gelbtöne der Stauden, die das Sonnenlicht spiegeln, gaben dem Garten seinen Namen. Von lichtem Gelb mit hellem Blau bis zu kräftigem Orange mit tiefem Violett zeigt die Pflanzung die Bandbreite der Sonnenstauden. Hohe Gräser und dunkellaubige Gehölze setzen Akzente. Die vielfältige Bepflanzung bietet Insekten reichlich Nahrung und sorgt über das Jahr hinweg für lebendige Gartenbilder. 

6. Quelle der Heilung

VGL Niedersachsen-Bremen mit Sitz in Bremen 

Der Azubi-Schaugarten „Quelle der Heilung“ greift die Schwefelquellen des Kurorts Bad Nenndorf auf, die seit 1546 bekannt sind und zu den stärksten Europas zählen. Das gestalterische Konzept stammt von Klaus Dörffer, Geschäftsführer der Dörffer GmbH aus Gehrden, und orientiert sich am Senkgarten-Prinzip Karl Foersters. Ein ruhiger, symmetrischer Zentralplatz bildet das Herzstück der Anlage. Erhöhte Beete rahmen den Platz halbkreisförmig ein und bringen die Pflanzung auf Augenhöhe. Warme Sandsteine aus regionalen Steinbrüchen sowie wiederverwendete Felssteine unterstreichen den nachhaltigen Ansatz. Die Pflanzplanung wurde von Studierenden der Hochschule Osnabrück entwickelt. Schwefelgelbe und silbrige Blüten werden mit blauen Akzenten und Gräsern kombiniert und symbolisieren die Verbindung von Heilmineralien und Wasser. Umgesetzt wurde der Garten von zwanzig Auszubildenden aus vierzehn Betrieben aus ganz Niedersachsen. Finanziert wurde das Projekt aus Mitteln des Ausbildungsförderungswerkes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. 

7. Freiraum ohne Grenzen – Outdoor Living in seiner edelsten Form 

Rasche Gruppe aus Minden 

Der Themengarten „Freiraum ohne Grenzen – Outdoor Living in seiner edelsten Form“ wurde von der Rasche Gruppe aus Minden geplant und umgesetzt. Gestaltung, Materialwahl und Ausführung folgen einer durchgängigen Idee und setzen auf Klarheit, Ordnung und hochwertige Qualität. Der Garten ist als ganzheitlicher Raum konzipiert und verbindet Architektur und Freiraum zu einer klar strukturierten Einheit. Ein Modulhaus mit integrierter Sauna steht für Erholung und Rückzug. Glasdesign-Elemente, eine Gartendusche sowie ein Gartenpool mit Edelstahl-Infinitybecken ergänzen das Konzept. Natursteinquader und Natursteinkrustenplatten strukturieren die Flächen, Solitärgehölze setzen gezielte Akzente. Planung und Umsetzung erfolgen aus einer Hand. Der Themengarten zeigt, wie exklusive Materialien, technische Ausstattung und handwerkliche Präzision zu einem hochwertigen Outdoor-Living- Konzept verschmelzen. 

8. Design trifft Natur

 GrünForm Achtermann GmbH aus Springe 

Der Themengarten „Design trifft Natur“ von Achtermann – Gärtner von Eden verbindet modernes Design mit üppiger, lebendiger Natur. In Grün- und Blautönen gestaltet, wirkt der Garten wie ein urbanes Möbelstück: klar strukturiert und zugleich eingewachsen. Leichte Schirmgehölze bilden ein luftiges Blätterdach über den Aufenthaltsflächen. Dichte Staudenpflanzungen schaffen einen beruhigenden Gesamteindruck und bieten wertvollen Lebensraum für Tiere. Ein flaches Wasserbecken mit glitzernder Oberfläche bildet das Zentrum der Anlage. Es sorgt für akustische Ruhe, verbessert durch Verdunstung das Mikroklima und dient Vögeln sowie Insekten als Anziehungspunkt. Natürliche Sandsteinbrocken treffen auf feine Kiesflächen, leichte Holzdecks und klare architektonische Elemente. Eine farbig gestaltete Pergola mit schwebenden Holzelementen sowie ein stimmungsvolles Lichtkonzept setzen moderne Akzente. Der Garten versteht sich als grünes Außenwohnzimmer – natürlich, modern, üppig und ein wenig wild. 

9. Make it happen – Gartenräume für morgen

Dörffer GmbH aus Gehrden und Oelmann Natursteinarbeiten aus Barsinghausen 

Der Schaugarten „Make it happen – Gartenräume für morgen“ verbindet unterschiedliche Gartenräume zu einer vielseitigen Gesamtanlage. Im Zentrum steht ein architektonisches Gartenhaus mit großer Glasfront, das Wohn- und Gartenraum miteinander verbindet. Eine Terrasse bildet die kommunikative Mitte und dient als Bühne für gemeinsames Erleben. Sandsteinmauern mit warmer Farbwirkung schaffen zusätzliche Sitzmöglichkeiten und greifen nachhaltige Materialverwendung auf. Im Kontrast dazu steht edel wirkendes Basaltpflaster. Über Stufen erreicht man einen geschützten Schattengarten mit drei „Sieben-Söhne-des-Himmels-Sträuchern“, die ein besonderes Mikroklima schaffen. Ein Bachlauf begleitet den Weg durch naturnahe Staudenpflanzungen. Die vielfältige Bepflanzung sorgt im Jahresverlauf für wechselnde Bilder und bietet Insekten ein reichhaltiges Nahrungsangebot. 

10. Was bleibt, wenn nichts bleibt?

Janisch GmbH aus Hannover 

Der Schaugarten „Was bleibt, wenn nichts bleibt?“ entstand als Masterprojekt an der Leibniz Universität Hannover im Sommersemester 2025 und wird von der Janisch GmbH aus Hannover realisiert. Acht Studierende entwickelten den Entwurf mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Ausgangspunkt war die Frage, was nach dem Ende der Landesgartenschau dauerhaft bestehen bleibt. Die Antwort lautet: der Boden. Dieser wird zum zentralen Gestaltungselement gemacht und bewusst sichtbar inszeniert. Ziel ist es, das vorhandene Bodenmaterial der Fläche zu verwenden und überwiegend recycelte Materialien einzusetzen. Auf Verbundwerkstoffe wie Beton wird verzichtet, um Eingriffe möglichst gering zu halten. Der Garten gliedert sich in Abbauraum, Erosionsraum und Sukzessionsraum. Skulpturale Elemente aus gestampfter Erde machen natürliche Prozesse erfahrbar und verdeutlichen Wandel, Eingriff und Regeneration.